Eine einfache Methode für Songwriting und Arrangement

So absurd das klingen mag, aber die größte Hürde für das Songwriting stellt in meinen Augen der Sequencer/ DAW dar.

Es besteht die Gefahr, im Songwriting-Prozess aufgrund der vielen Möglichkeiten hinsichtlich Sounds, Programmierung und Arrangementideen die grundsätzliche Songidee aus den Augen und Ohren zu verlieren. Die Möglichkeiten der DAW scheinen unbegrenzt und das ist in dieser frühen Phase des Songwriting der limitierende Faktor.
Wenn man nur in der Lage wäre, alle Ideen in Echtzeit einzuspielen, ohne den Flow zu verlieren…

Man kann!

Statt erst einmal lange nach Sounds zu suchen und am Lieblings-Drum-Kit rumzuschrauben, bevor es losgeht, wieso nicht einfach die Songidee als Skizze einsummen? Klingt lächerlich? Keineswegs.

Dazu muss man erst einmal ein Tempo finden, das Metronom einschalten und den Song einsummen. Das kann ein Beat mit Basslinie sein, ein Riff oder Gesangslinie oder eine Mischung aus alldem. Scheue dich nicht, Phantasieworte beim Gesang zu verwenden, das machen sehr viele Songwriter (z.B. Bee Gees, Herbert Grönemeyer etc.).
Versuch deinen Song oder Songidee zunächst in einem Rutsch einzusummen/ einzusingen. Das ist von Vorteil, da du dich damit automatisch auf die prägenden Bestandteile und Hooks des Songs fokussieren musst und diese festhältst. Es geht in dieser Phase nicht um die perfekte Ausarbeitung.
Somit erhältst du eine Songskizze inkl. Struktur, die nicht durch die Arbeit am Sequencer oder deine instrumentalen Fähigkeiten limitiert ist. Stattdessen entsteht eine organische Skizze mit kleinen Variationen, Breaks und Fills, die genau durch diese Natürlichkeit lebt und die in dieser Form auch nie am Sequencer entstanden wäre.
Wenn die erste Skizze steht, kannst du weitere Overdubs einsingen oder einsummen, kannst einzelne Formteile weiter ausbauen und den Detailgrad erhöhen. Sobald du zufrieden bist mit deiner Songskizze kannst du dir Gedanken machen um Harmonisierung, Arrangement, Instrumentierung, Sound und Text.

Natürlich funktioniert diese Methode auch dann, wenn Teile des Songs schon ausgearbeitet sind und folgende Teile, Breaks, Harmonien erarbeiten willst.

Und weil 1000 Worte weniger sagen als ein Stück Musik, habe ich auf die Schnelle ein Beispiel für ein Rockriff eingesummt (1.Teil) und quick & dirty ausgearbeitet (2.Teil).

 

Probiert es selbst aus und lasst mich wissen, wie das für euch funktioniert.

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Punkrock mit Powerchords – von der Basis zur Würzung

Im folgenden möchte ich euch ein einem Soundbeispiel aufzeigen, mit welchen Tracks ich einen Punkrock-Chorus aufbaue und wie ich versuche, neben den typischen Powerchords etwas Würze durch Akkorderweiterungen reinbringe. Es sind jeweils Wiederholungen des gleichen Chorus zu hören, der um die einzelnen Tracks erweitert wird.

Im ersten Durchlauf (bis 0:24) des Chorus hört man Kick + die Würze, die durch ein halbrechts/ links gedoppeltes, teilweise oktaviertes Gitarrenarpeggio reinkommt. Tatsächlich habe ich es im Produktionsprozess erst ganz am Ende eingespielt. Durch dieses Akkordarpeggio, in dem immer wieder die offene G-Saite mitschwingt, entstehen in Bezug zu den Grundtönen Akkorderweiterungen mit Sekunden, Quarten und Sexten (add2, add4, add6), die dem puren Powerchordgeschrubbe eine interessantere Klangfarbe geben.

Im zweiten Durchlauf (bis 0:49) kommen die Drums  und eine gedoppelte Crunchgitarre mit Powerchords ( links/ rechts gepannt) – allerdings ohne Quinte – dazu.  Dadurch entsteht der rhythmische Drive.

Im dritten Durchlauf (bis 1:14) werden die Crunchgitarren durch gedoppelte und deutlich verzerrtere Powerchords ergänzt (hart links/ rechts gepannt). Der Sound wird flächiger, wobei der Drive der Crunchgitarren erhalten bleibt.

Im vierten Durchlauf kommt schließlich noch der Bass dazu.

 

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