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Wissen · DAW-Studie

Welche DAW ist die beste? Was 630 Musiker über ihre Software verraten

Cubase, Logic, Pro Tools oder doch Reaper? Kaum eine Frage wird in Musikerforen so leidenschaftlich diskutiert. Statt einer weiteren Meinung wollte ich Zahlen – und habe deshalb eine eigene Studie unter deutschsprachigen DAW-Nutzern durchgeführt.

630befragte DAW-Nutzer
2Monate Befragung (Jan.–Feb. 2015)
6DAWs im direkten Vergleich
1Frage: Welche DAW ist die beste?

Die Ausgangsfrage

Warum es eine eigene Studie brauchte

Wer eine neue DAW sucht oder wechseln will, findet im Netz vor allem eines: Meinungen. Dazu Ranglisten, bei denen unklar bleibt, wie sie zustande kommen, und Marktanteile, die über die Qualität einer Software wenig aussagen. Eine DAW, die viele nutzen, ist nicht automatisch gut.

Niemand kennt alle DAWs

Kaum jemand hat alle Programme ausprobiert und kann sie wirklich miteinander vergleichen.

Der Bedarf ist unklar

Vor dem Einstieg weiß man oft noch nicht, welche Funktionen man später wirklich braucht.

Die Daten taugen wenig

Vorhandene Rankings ignorieren den eigenen Nutzungszweck und sind durch Marktmacht verzerrt.

Als Online-Forscher und User-Experience-Berater habe ich langjährige Erfahrung mit quantitativen Umfragen. Also habe ich dieses Handwerk auf meine eigene Leidenschaft angewendet – ohne kommerziellen Zweck, einfach aus Neugier. Die große Frage habe ich dafür in zwei Teile zerlegt: Welche DAW wird wie oft genutzt? Und: Wie zufrieden sind die Nutzer mit ihrer DAW?

Mein Ziel waren 500 Teilnehmer bis Ende Februar 2015. Am Ende haben 630 DAW-Nutzer mitgemacht – vielen Dank an alle!

So wurde gefragt

Wer an der Studie teilgenommen hat

Vom 1. Januar bis 28. Februar 2015 habe ich 630 deutschsprachige DAW-Nutzer befragt. Die meisten kamen über das Forum von recording.de, gut ein Viertel über die Facebook- und Twitter-Seite der Fachzeitschrift Sound & Recording, der Rest über weitere Foren wie guitarworld.de, musikertalk.com oder tonstudio-forum.de.

Wichtig war mir: Der Aufruf lief bewusst nicht in Foren einzelner DAWs. Sonst hätte eine Software die Ergebnisse dominiert.

Woher die Teilnehmer kamen

Anteil an allen 630 Befragten

recording.de68 %
Sound & Recording27 %
Andere Foren5 %

Marktanteile: Cubase liegt klar vorn

Ein Drittel aller Befragten arbeitet hauptsächlich mit Cubase – mit großem Abstand die Nummer eins. Dahinter folgen Logic, Pro Tools, Ableton Live, Studio One und Reaper, alle zwischen sieben und 13 Prozent.

Doch sind die Zahlen überhaupt belastbar? Um das zu prüfen, habe ich gegengecheckt: In den beiden größten deutschsprachigen Communities für Musikproduktion, recording.de und musiker-board.de, habe ich alle Threads des Jahres 2014 nach DAW gezählt. Ergebnis: Die Verteilung deckt sich weitgehend mit der Studie. Die Auswahl der Teilnehmer hat das Bild also nicht verzerrt.

Hauptsächlich genutzte DAW

Anteil der Befragten, n = 630

Cubase34 %
Logic13 %
Pro Tools10 %
Ableton Live9 %
Studio One8 %
Reaper7 %

Windows oder Mac? Die DAW folgt dem Rechner

Zwei von drei DAW-Nutzern arbeiten mit Windows. Bemerkenswert ist trotzdem der Mac-Anteil: Unter Musikern ist er mit 33 Prozent rund viermal so hoch wie in der deutschen Bevölkerung insgesamt (8 Prozent). Und die Wahl des Betriebssystems prägt die Wahl der DAW – wenig überraschend, aber deutlich.

Windows-Nutzer

Häufigste DAWs unter Windows

Cubase45 %
Ableton Liveca. 10 %
Studio Oneca. 10 %
Reaperca. 10 %

Mac-Nutzer

Häufigste DAWs auf dem Mac

Logic40 %
Pro Tools24 %
Cubase13 %

Hobby, Semi-Profi, Profi: Wer nutzt was?

Fast zwei Drittel der Befragten machen Musik als Hobby und verdienen damit wenig oder gar nichts. Etwa jeder Fünfte arbeitet semi-professionell – bis zur Hälfte des Lebensunterhalts kommt aus der Arbeit mit der DAW. Rund jeder Siebte ist Profi und verdient damit mehr als die Hälfte seines Einkommens.

Spannend wird es beim Blick auf die Software: Je professioneller, desto stärker rücken Pro Tools und Logic auf. Cubase bleibt aber in allen drei Gruppen vorn.

Hobby

knapp 2/3 der Befragten

Cubase36 %
Ableton Live12 %
Studio Oneca. 9 %
Reaperca. 9 %

Semi-Profi

etwa jeder Fünfte

Cubase27 %
Logic24 %
Pro Tools18 %

Profi

etwa jeder Siebte

Cubase34 %
Pro Tools22 %
Logic16 %

Zufriedenheit: Fast alle lieben ihre DAW

Weil fast jeder mit seiner DAW zufrieden ist, habe ich mit einer feinen Sieben-Punkte-Skala gefragt – von „extrem zufrieden“ bis „sehr unzufrieden“. Ausgewertet wurden alle DAWs mit mindestens 20 Bewertungen.

Reaper und Studio One schneiden am besten ab: Mehr als 90 Prozent ihrer Nutzer sind extrem oder sehr zufrieden. Bei den anderen DAWs sind es rund 80 Prozent. Statistisch betrachtet ist dieser Unterschied aber nicht signifikant.

Die eine beste DAW gibt es nach dieser Studie nicht – die Nutzer aller großen Programme sind ähnlich zufrieden.

Eine Rolle dürfte auch der Preis spielen: Zufriedenheit setzt sich aus Funktionsumfang, Bedienbarkeit, Stabilität und eben den Kosten zusammen. Gerade günstige DAWs wie Reaper profitieren davon.

Extrem oder sehr zufrieden

Top-2-Werte auf einer 7-stufigen Skala

Reaper> 90 %
Studio One> 90 %
Andere DAWsca. 80 %

Fazit

Was heißt das für deine Wahl?

Es gibt keinen Testsieger

Die Nutzer aller großen DAWs sind ähnlich zufrieden. Entscheidend ist, was zu dir und deinem Workflow passt.

Dein Rechner zählt mit

Auf dem Mac sind Logic und Pro Tools stark, unter Windows dominiert Cubase.

Ausprobieren schlägt Ranglisten

Nutze Testversionen und arbeite ein paar Tage an einem echten Song – dann weißt du mehr als nach jedem Forum.

Hinweis: Die Studie stammt aus dem Jahr 2015. Der DAW-Markt hat sich seitdem weiterentwickelt – die grundlegenden Erkenntnisse zur Zufriedenheit dürften aber nach wie vor gelten.

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